Veränderungsdefizite
28.08.09 by Dr. Michael Loebbert
Unternehmen verpassen den Anschluss an die Entwicklung von Märkten und Kunden. Die Absatzkrise ist nicht allein Folge von Finanz- und Wirtschaftskrise. Fehlsteuerungen sind Veränderungsdefizite: Unternehmen warten auf Nachfrage, statt diese aktiv zu führen und neue Märkte zu schaffen. Gewinne werden auf die Bank getragen, statt in Innovation, Forschung und Entwicklung investiert. Gesundheitseinrichtungen vermehren ihre bürokratische Apparate, statt etwas Neues zu verwirklichen. Klagen statt Nachdenken auf der Höhe unserer Zeit. Innovation von Produkten, soziale Innovationen, Innovation unserer Organisationen, Innovation der Kultur(en) bleiben aus. (Und Sie wissen ja, wie diese Aspekte zusammenhängen.) Besonders der Standort Deutschland fällt im weltweiten Vergleich zurück.
Die grösseren Entwicklungstrends werden verschlafen.
(a) Personalisierung von Leistungen und Produkten statt bloss Varianten.
(b) Kooperationen und Netzwerke statt Unternehmenswachstum und Kontrolle der Zulieferer.
(c) Enterprise 2.0 statt Marketingunterstützung.
(d) Nachhaltigkeit in allen Dimensionen der Unternehmensführung, Produkte und Leistungen, Finanzen, Mitarbeiter und Kundenbeziehungen statt Sprüche Klopfen.
(e) Kultur Unternehmen statt Unternehmenskultur: Welche Kultur will ich in und mit meinem Unternehmen, mit meinen Wertbeiträgen verwirklichen?
Und auch einfache Anstrengungen sind zurückgestellt. Was sind Ihre Veränderungsdefizite? Wollen Sie selbst die Trends gestalten oder erst hinterher laufen, wenn alle rennen? Change Management heute geht auch um die Inhalte. Die Inhalte müssen überzeugend sein, damit Menschen mitmachen. Ein Sparring dazu jeder Zeit. – ”Smart consulting.”
Über den Autor:
Dr. Michael Loebbert ist Coach und Management-Berater und Autor der monatlichen Publikation “Change Management Short Cut“.
Anwendungsentwicklung mit SAP Services – SAP Kunden und Berater müssen dazu lernen
03.08.09 by Dieter Steiger
Mit seiner serviceorientierten Architektur (SOA) erlaubt SAP den Kunden Applikationen in neuer Form zu erstellen. Flexible Business Prozesse rufen dabei granulare, vom SAP System zur Verfügung gestellte oder vom Kunden geschaffene SAP Services auf. Die Entwicklung solcher Lösungen ist allerdings ein Bruch mit der herkömmlichen Art und Weise SAP zu customizen und ABAP Funktionen zu bauen und einzuführen. Und genau damit tun sich die traditionellen SAP Entwickler und Integratoren doch ziemlich schwer.
Ausgereifte, und passende konventionelle Software-Engineeringverfahren, wie sie in der Individualentwicklung in der nicht-SAP Informatik zum Einsatz kommen, werden von der SAP-Community allzu einfach als nicht passend abgetan. Dabei verwendet selbst SAP für das Managen der Standardsoftware-Komponenten ein komponentenorientiertes Softwareentwicklungverfahren. Dies lässt sich leicht daran erkennen, wie alle Komponenten der Standardsoftware und deren Abhängigkeiten systemtechnisch sauber im System Landscape Directory, unter Zuhilfenahme des CIM-Modells abgelegt und verwaltet werden.
SAP Kundeneinführungen werden meist noch nach der bewährten, angelehnt an die von SAP selbst propagierte Accelerated SAP- (ASAP-) Einführungsmethodik umgesetzt – sofern diese überhaupt methodisch eingeführt werden. Schliesslich handelte es sich bei SAP Einführungen nicht in erster Linie um Entwicklungsprojekte, sondern um die reine Einführung und Anpassung eines Softwarepakets. Doch spätestens mit SOA hat sich die Welt verändert. Für die SAP Community scheint es schwierig, mit diesen rasanten Veränderungen von SAP Schritt zu halten.
Was den im SAP Umfeld eingesetzten Methoden wie ASAP und BPM Methodology fehlt, ist das Managen der unterschiedlichen Artefakte, der logischen und technischen Komponenten und deren Beziehungen untereinander. So ist schon bei simplem Customizing und reiner ABAP-Entwicklung eine effektive Auswirkungsanalyse von Änderungen auf die Systemkomponenten in den verschiedenen Phasen der Entwicklung kaum möglich! Falls nur die Einführung des Projekts für die SAP-Initiative im Vordergrund steht, braucht man sich hierüber nicht weiter den Kopf zu zerbrechen. Doch wer irgendwann sein System erweitern muss, ist darauf angewiesen, zu wissen, wie beschreibende, logische und technische Lieferobjekte von Business Blueprints, über ABAP Programme und SAP Customizing zusammenhängen und sich über die Zeit verändern.
Werden nun die Möglichkeiten der serviceorientierten Architektur von SAP genutzt, ist es unabdingbar, die Objekte der SAP Landschaft und Ihre Zusammenhänge konsequent zu verwalten. Die SAP „ Business Process Management Methodology” für die Einführung von Systemen mit flexibel gestaltbaren Business Prozessen, welche SAP und andere Services konsumieren, hilft in dieser Beziehung kaum weiter. Sollten hier nicht noch geschrieben werden warum Die BPM Methodology hilft primär bei der Abstrahierung von Business Prozessen ins BPM – Tool von SAP, macht aber keine Aussage darüber wie konsequent die Software-Engingeering hinsichtlich des Komponentenmodells umgesetzt werden sollte.
SOA ist ein starkes Architekturkonzept für SAP selbst, um die eigenen Systeme flexibel und attraktiv weiter zu entwickeln und um Kunden Services zur Verfügung zu stellen. Kunden zeigt SAP jedoch nicht auf, wie und womit sie selbst serviceorientierte Systeme mit SAP Funktionalität bauen sollen.
Wie schon erwähnt setzt selbst SAP beim Entwickeln von SOA basierten Bestandteilen seiner Software nicht mehr auf die Methoden und Werkzeuge der guten alten ABAP-Zeiten. SAP hat im Bereich des Lebenszyklus-Management seiner Standardapplikation die Hausaufgaben gemacht und setzt auf moderne komponentenbasierte Methoden und Werkzeuge. Es ist nun an der SAP Kunden- und Berater-Community dies für Ihre eigenen Umsetzungen zu tun, um analog professionellem, modernem Software-Engingeering andernorts in Unternehmen, nachhaltig SAP-Anwendungen warten und weiterentwickeln zu können. Wäre es nicht bemühend, könnte es fast amüsieren, zu sehen, wie schwer sich erfahrene SAP Berater tun, wenn einmal von SAP keine Methoden und Werkzeuge angeboten werden und alte Ansätze nicht mehr genügen.
Fazit
Damit eine, wie von SAP Marketing suggerierte, Unternehmens-Applikationslandschaft basierend auf SAP-Services und entsprechender SAP SOA Architektur überhaupt erst zum Einsatz kommen kann, muss sich der SAP Kunde erst recht im Klaren sein, wie er die Versionen und die Abhängigkeiten zwischen den unterschiedlichen Systemkomponenten – also technischen und beschreibenden, logischen Komponenten der Entwicklung und auch den verschiedenen Services in der Produktion verwaltet.
Er muss seine gesamten SAP Entwicklungsverfahren so ausrichten, dass er „morgen” jeden einzelnen „Service” als eigenständige Komponente mit allen Abhängigkeiten unterhalten kann. Dies war auch in der Vergangenheit schon ein Bedürfnis, mit zusätzlichem, eigentlich unnötigem Aufwand allerdings noch im Griff zu behalten. Spätestens mit der aktiven Nutzung einer serviceorientierten Architektur, muss eine typische komponentenorientierte Softwareentwicklung auch im SAP-Umfeld Einzug halten: Nur so kann ein effektives Impact-Management als Voraussetzung für eine effektive Entwicklung und ein zielgerichtetes Testing zur Verfügung gestellt werden.
Sphere: Related Content
Konsistentes SAP-Customizing mit SAP Solution Manager
15.07.09 by Dieter Steiger
Firmen führen einen ständigen Kampf gegen die Inkonsistenzen in den Einstellungen dezentraler SAP-Systeme. Der SAP Solution Manager sorgt für Ordnung.
Das zentrale Customizing, welches die Integrität der übergreifenden SAP-Firmenstruktur sicherstellen [...] Continue Reading…
Sphere: Related Content
ITIL v3 – Genügt der Ansatz für ALM?
29.06.09 by Ruben Meier
ITIL (Information Technology Infrastructure Library) ist der de-facto Standard für IT-Service Management. ITIL wurde und wird laufend von OGC (Office of Government Commerce) beschrieben ITIL ist verbreitet und anerkannt in [...] Continue Reading…
Sphere: Related Content
Cross Project Reporting mit HP Quality Center
15.06.09 by Grant Glyn-Cuthbert
Wie erstelle ich einheitliche Testberichte für das Projektmanagement? Wie ist es möglich, den Status von Projekten oder Applikationen, welche in mehreren verschiedenen Quality Center (QC)-Projekten abgebildet sind, zu rapportieren? [...] Continue Reading…
Sphere: Related Content
Green Change – Wie grün ist die Veränderung?
11.06.09 by Dr. Michael Loebbert
«Green Change» hört sich seltsam an. Wir verstehen aber in etwa, was damit gemeint ist. Einiges, was wir schon kennen, anderes, was noch undeutlich ist.
Zum [...] Continue Reading…
Sphere: Related Content
SAP Mobile Computing – Leider nicht alles ganz so einfach
05.06.09 by Dieter Steiger
Mobile Computing für SAP-Anwender wäre eigentlich ganz einfach. Doch die hochkomplexe SAP-Umgebung ist für Unterhalt und Betrieb eine sehr grosse Herausforderung.
SAP erschliesst dem Anwender und sich selbst mit SAP [...] Continue Reading…
Sphere: Related Content
Marco Gerussi übernimmt als COO die Leitung des operativen Geschäftes von beteo
28.05.09 by Dieter Steiger
beteo AG befördert Marco Gerussi (31) per 1. Juni 2009 zum Chief Operating Officer. Damit löst er Peter Helfenstein ab, der während eineinhalb Jahren erfolgreich als COO tätig war. [...] Continue Reading…
Sphere: Related Content
Quality Gates: Kontrollposten auf dem Weg zum Projekterfolg
14.05.09 by Peter Wahl
Die Qualitätskontrolle darf nicht erst am Ende eines Projekts einsetzen. Um Irrwege frühzeitig erkennen zu können, sind Abschnittskontrollen nötig. AXA Winterthur hat dazu das Modell der Quality Gates eingeführt.
Unzufriedene [...] Continue Reading…
Sphere: Related Content
SAP Business Process Change Analyzer Konzept – kann es aufgehen?
06.04.09 by Fritz Mosonyi
Vor kurzer Zeit konnte ich im Rahmen einer DSAG Veranstaltung einer einstündigen Präsentation mit Live-Demo zum Thema Business Process Change Analyzer lauschen. Das Tool ist ja brandneu, und im [...] Continue Reading…
Sphere: Related Content