Dieter SteigerDieter Steiger Klassische CMDB – vom Business Service Management überfordert?

15.10.07 by Dieter Steiger

Die Bedürfnisse der modernen Informatik, als Dienstleistungserbringer für das Gesamtunternehmen, erfordern hinsichtlich der Datenhaltung von Ressourcen und Konfigurationen ein rasches Umdenken. Verfügt die Datenbasis nicht über die nötige Flexibilität, besteht das Risiko, dass die aus dem Service Lifecycle Management (SLM) resultierenden Anforderungen nicht zufriedenstellend erfüllt und die entsprechenden Dienstleistungen nicht effizient erbracht werden können. Heutzutage eingesetzte Configuration Management Databases (CMDB) dienen meist als rudimentäre Datensilos und drohen zum Marketinginstrument zu verkommen. Solide Datenbasis – weit über dem aktuellen Standard – gefordert! Ein nutzbringendes, effizientes und aktives Service Lifecycle Management (SLM) bedingt die umfassende Serviceorientierung im Unternehmen und ein übergreifendes Management der Services. Entscheidende Grundlage hierfür ist eine einheitliche, solide Service-Datenbasis mit ausgeprägtem Service Charakter. Erster Schritt für deren Errichtung ist die Definition eines Servicekatalogs, welcher die Identifikation aller Services mit ihren Beziehungen erlaubt. Die Zuordnung aller IT Services zu den Business Services spielt hierbei eine wichtige Rolle. Dem Business Service Management (BSM) werden dadurch umfassende Impact-Analysen in bisher noch nie da gewesenem Umfang erst ermöglicht.
Ein Business Service ist unter diesem Gesichtspunkt ein IT Service mit direkter Wertschöpfung, der aufgrund seines klaren Business Nutzens ausserhalb der IT ersichtlich ist.
Pro Business Service stellt mindestens ein Service Access Point dabei den Einstiegspunkt zur jeweiligen Dienstleistung und die Verbindung zwischen Business- und technischem Service dar. Bei der Erhebung des Servicekatalogs, idealerweise in Interviews mit entsprechenden Schlüsselpersonen, erweist es sich als hilfreich, die Service-Struktur der Datenhaltung von Anfang an mindestens in Business-, Applikations- und Infrastrukturservices zu unterteilen und bei der Erfragung stets die Sicht des Nutzers einzunehmen. Nur der Service-Konsument kann beurteilen, ob der gegenüber ihm erbrachte Service auch tatsächlich seinen Anforderungen entspricht. Die S-CMDB (Service-CMDB) geht weiter. Die erhobenen Daten des Servicekatalogs müssen in einer dafür geeigneten Datenstruktur zusammen mit den üblichen Informationen weiterer Informatik-Disziplinen wie Projektportfoliomanagement (PPM), IT Entwicklung und IT-Service-Management (ITSM) abgelegt werden. Um dem umfassenden Service Portfolio Managements Ansatz gerecht zu werden, muss die Datenbasis sämtliche für Betrieb und Projekte benötigten Informationen sowie deren Beziehungsmengen beinhalten. Enabler für umfassendes Service Portfolio Management Die somit geschaffene gemeinsame Datenbasis für das Projektportfoliomanagement, die IT Entwicklung und das IT-Service-Management ermöglicht die effiziente integrale Betrachtung der Vorhaben in Informatikbetrieb und Projektvorhaben und bildet die Basis für das angestrebte Service-Portfoliomanagement.

Service Lifecycle

Die Grafik verdeutlicht, dass innerhalb des Lebenszyklus eines Services, je nach Ausprägung der Veränderung, das aktuelle Bedürfnis als Projektanforderung oder als Betriebsstörung behandelt wird. Durch die ganzheitliche Betrachtung können sämtliche Veränderungen an Services in neuartigerweise entsprechend den Business-Anforderungen und Nutzern priorisiert und gruppiert werden. Im Umsetzungs- bzw. Problemlösezyklus wird dadurch Risiken minimiert und ein reibungsloserer Übergang in den Betrieb sichergestellt. Die herkömmlichen CMDBs müssen noch wesentlich erweitert werden, um als S-CMDBs diesen Anforderungen gerecht zu werden und um den erwarteten, hohen Nutzen für die Informatik erzielen zu können. Über den Autor: Andreas Schegg, ITIL- und Configuration Management Experte, ist Senior Consultant bei Ontrex AG, Winterthur. Sphere: Related Content

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