Dieter SteigerDieter Steiger Lifecycle Management – kein Preis ohne Fleiss

30.10.07 by Dieter Steiger

IT Planning & Control bedarf neben den Disziplinen IT Service Management und Project & Portfolio Management unbedingt des Application Lifecycle Managements, um langfristig und nachhaltig Nutzen zu erzielen. Gartner bringt diese Forderung mit nachfolgender Grafik zum Ausdruck. IT Planning- & Controlling Betrachtet man die Unterstützung der verschiedenen Bereiche und vor allem der Schnittstellen dazwischen, wird offensichtlich, dass heute Methoden und Werkzeuge für das Service Development (Project & Portfolio Management, Design, Development and Testing) und das Service Delivery (IT Service Management) in guter Qualität zur Verfügung stehen und im Einsatz sind.

Was aber die Schnittstellen zwischen den obigen Bereichen und generell das Thema Application Lifecycle Management betrifft, wirkt die Unterstützung durch Methoden und Tools oft spartanisch.

Dabei verspricht Application Lifecycle Management begehrenswerten Nutzen. Es ist die Rede von:

  • einer deutlichen Erhöhung der Produktivität der Entwickler
  • „best practice“ in Entwicklung und Service-Roll-out
  • einem deutlicheren Fokus der Entwickler auf Business- statt technischen Requirements
  • massiv verbesserter Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Betrieb
  • besserer Time-to-Market durch wiederholbare, teils automatisierte Prozesse und generell verbesserter Ressourcenplanung.

Genug davon, wie sich Softwarehersteller damit brüsten, mit ihren Lösungen entweder die Projekt- oder Betriebskosten zu reduzieren. Die gegenseitigen, direkten Abhängigkeiten der betroffenen Bereiche Betrieb und Entwicklung werden jedoch kaum je in den Mittelpunkt gestellt. So sind Nutzenaussagen nur auf einen der beiden Bereiche bezogen und oft sind Verbesserungen in einem Bereich nur mit deutlichen Mehrkosten im anderen Bereich zu erzielen. So bezeichnen wir dieses Thema gerne als das „IT-Dilemma“ schlechthin!

Betrachtet man „gutes“ Software-Engineering: Hier wird ein umfassendes Anforderungsmanagement betrieben. Verschiedenste Einflussgrössen werden erfasst. Aber wie oft werden von Anfang konsequent mit jeder Anforderungen bereits die betroffenen Lifecycle-Objekte erfasst? Wird dies nämlich nicht getan, ist es nicht möglich, konkurrierende Anforderungen als solche zu erkennen. Auch Änderungen, die zum Betrachtungszeitpunkt vorgenommen werden, werden so oft nicht mit berücksichtigt. Umfassendes IT Planning und Controlling über alle Bereiche und deren Schnittstellen hinweg, beinhaltet eben auch die Referenzierung und Versionierung der beschreibenden, organisatorischen und technischen Objekte, respektive deren Beziehungen. Der IT Service, respektive die ganze IT, werden jederzeit als ganzes System berücksichtigt und verstanden.

Im Betrieb gilt oft dasselbe: IT Service Management (ITSM) erfasst Trouble Tickets ohne eine eindeutige Referenzzierung der betroffenen Objekte im Application Lifecycle. Weder die aktuelle Entwicklung noch die Projekte in Planung sind über aktuelle Änderungen im Bild. Die Folge sind Doppelspurigkeiten, Inkonsistenzen und nachträglicher Abstimmungsaufwand. Wiederverwendung über die Änderung oder den gerade aktuellen Projektrelease hinaus rückt in weite Ferne.

„Umfassende“ Prozessframeworks und Methoden wie ITIL, PRINCE2, PMI und COBIT oder SOX Audit- und Compliance-Standards bieten ebenfalls kaum Hilfe beim Überwinden des „IT-Dilemma“. Die Abhängigkeiten zwischen den Service Lifecycle Objekten, also zwischen Prozessen, Services und allen technischen Objekten werden nicht berücksichtigt. All diese de facto Standards haben eigentlich zum Ziel, Risiken zu optimieren. Können sie dies ohne diesen Bezug wirklich hinreichend tun?

Linderung für dieses Problem bringt nur die Einführung eines professionellen, methoden- und werkzeugunterstützten Application Lifecycle Managements.

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