Marco GerussiMarco Gerussi HP PPM und MS Project – Synergiepotential mit Tücken

12.01.08 by Marco Gerussi

Mit dem Upgrade von Mercury ITG 6.0 auf HP PPM 7.0 wurde das Projekt Management Modul stark verbessert. Das gesamte Projekt Management wurde aus der Workbench herausgelöst und ist nun als „zero client“ über das Web benutzbar. Zudem wurden alle Projektaktivitäten zentralisiert und in die anderen Module, zum Beispiel Portfolio Management und Resource Management, integriert. Als grosser Vorteil sei hier das neu verfügbare Projekt Management Cockpit erwähnt. So sind auf einen Blick die wichtigsten Meilensteine, der Projekt Status, Risiken, Scope Changes, Budget, Ressourcenverfügbarkeit und Issues ersichtlich. Auf Wunsch lassen sich die Projektgesundheit in verschiedenen Farben und Controllingindikatoren wie der Schedule Performance Index (SPI) und der Cost Performance Index (CPI) automatisch kalkulieren. Microsoft Project Integration – Fluch oder Segen? Die grösste Verbesserung bietet aber mit Sicherheit die bidirektionale Integration von MS Project. Und diese macht durchaus Sinn. HP PPM 7.0 verspricht wohl, für das Managen von Projektplänen die gleichen Funktionalitäten wie MS Project anzubieten. Dieser Annahme muss aber klar widersprochen werden. Auf der einen Seite fehlen wichtige Funktionen. Auf der anderen Seite, so gut die Cockpit Views auch sind, gestaltet sich das Navigieren durch die Projektpläne als äusserst umständlich. Hinzu kommt, dass Microsoft Project in den meisten Unternehmen als Projektmanagement Tool bereits gesetzt ist. Da Microsoft Project im Handling von Multiprojekten, gegenseitigen Abhängigkeiten, Risiken und vor allem auch Ressourcen aber starke Defizite aufweist, entspricht die Integration von Microsoft Project in HP PPM Project Management den realen Bedürfnissen am Markt und wird entsprechend oft nachgefragt. Konzeption –Schlüssel zum Erfolg Um die Disziplin des Projekt Managements optimal zu unterstützen, ist es wichtig, das Zusammenspiel von HP PPM und MS Project zu konzipieren. Hier geht es in erster Linie darum, eine klare Grenze zwischen den verschiedenen Funktionalitäten und Ebenen zu ziehen. So gut HP PPM im Zusammenzug von Daten und in der Darstellung von Managementinformationen ist, so schwierig gestaltet sich die Erstellung und das Handling von brauchbaren Projektplänen. Das Gleiche lässt sich mit umgekehrten Vorzeichen über MS Project sagen. Entsprechend müssen so früh wie möglich die richtigen Fragen gestellt werden. Diese sollten unter anderem lauten: • Welches System ist führend? • Wo werden Risiken gepflegt? • Wo werden Ressourcen bearbeitet? • Wo wird der Fortschritt nachgeführt? • Auf welcher Granularitätsstufe werden Tasks übertragen? • Welche Meilensteine werden im Cockpit dargestellt? • Auf welcher Ebene (Phasen, Meilensteine, Taskgruppen, Tasks) werden Ressourcen alloziert? • Auf welcher Ebene (Phasen, Meilensteine, Tasksgruppen, Tasks) werden Stunden gebucht? • Wo wird die Baseline gepflegt? • Wo werden Templates angelegt? Das Gleiche gilt für den effektiven Austausch von Projektdaten. Ist die Lösung entworfen, müssen die richtigen Einstellungen vorgenommen werden, um das System den Anforderungen entsprechend zu konfigurieren. Hier liegt der Teufel im Detail. Sind die genauen Auswirkungen der einzelnen Einstellungen nicht bekannt, kann der Datenaustausch das Reporting schnell verfälschen und die Integration im Chaos enden. Fazit Viele Funktionen der neuen Version von HP PPM Project Management 7.0 machen durchaus Sinn und können einen grossen Nutzen erbringen. Da HP PPM vor allem in der aggregierten Management-Sicht und im Zusammenspiel mit anderen Modulen wie Portfolio Management, Resource Management oder Time Management stark ist und MS Project bei vielen Firmen als operatives Projekt Management Tool bereits gesetzt ist, bietet eine bidirektionale Integration grosse Vorteile und entspricht den Anforderungen am Markt. Entscheidend ist, wie die Lösung konzipiert wird und ob für die Implementierung die nötige Erfahrung vorhanden ist. Für beide Aufgaben gilt es, die richtigen Grenzen zwischen den Tools und den verschiedenen Ebenen sowie Funktionen zu ziehen. Die Auswirkungen der einzelnen Einstellung und das Zusammenspiel der verschiedenen Funktionalitäten sind exakt zu kennen. Werden diese Herausforderungen gemeistert, steht einer erfolgreichen Synergie der beiden Tools nichts mehr im Weg. Sphere: Related Content

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