Dieter SteigerDieter Steiger SAP xRPM und HP PPM – komplementäre Lösungen?

21.01.08 by Dieter Steiger

Ob im „Magischen Quadranten“ von Gartner für PPM oder bei Projektportfolio-Management-Werkzeug-Entscheidungen: Immer wieder stehen sich HP PPMHP Project and Portfolio Management Center “ und SAP xRPMxAPP Resource and Portfolio-Management“ als Konkurrenten gegenüber. Wird diese Positionierung den Fähigkeiten der Werkzeuge überhaupt gerecht?

Wofür werden denn HP PPM und SAP xRPM idealerweise eingesetzt?
HP PPM ist von seiner Software-konzeptionellen Seite her fast ausschliesslich für IT Projektportfolio-Management geschaffen worden. So kommen bei HP PPM die Stärken in der Integration mit anderen Software Development- und Application Lifecycle-Komponenten wie Testing, Configuration Management Database (CMDB), Business Process Management Tools (BPM), SAP Solution Manager, allgemein Softwareentwicklungswerkzeugen, Versionierungstools, Dokument-Management-Systemen (DMS) zum Tragen. Weiter kann HP PPM den IT Demand-Prozess wie kaum ein anderes Werkzeug steuern. Die starke Prozess-Engine von HP PPM kann zusätzlich zur Steuerung von organisatorischen Prozessschritten auch die technische Execution von anderen Softwarekomponenten steuern und direkt konsistenzsichernde Massnahmen und Impact-Analysen integrieren. Herkömmliche Workflow-Tools gehen selten über die Steuerung von organisatorischen Abläufen hinaus. So ist es möglich, sowohl Portfolio-Authorisierungen organisatorisch zu steuern und sicherzustellen, als auch technisch Impact-Analysen über das ganze Applikations-Portfolio einzubinden. Dafür gehören umfassende finanzielle Analysen bis dato sicher nicht zu den Stärken von HP PPM.

SAP xRPM wurde für die finanzielle Entscheidungsunterstützung von Business-Projekt-Portfolio-Analysen gebaut – also von Projekten jeder Art. Schon seine Architektur, basierend auf den Informationen von SAP BI „SAP Business Intelligence“ mit SAP SEM „SAP Strategic Enterprise Management“, lässt dies erkennen. Die Integration des Werkzeugs mit SAP Finanz-Businessdaten ist der grosse Vorteil von SAP xRPM. Jederzeit kann SAP xRPM auf aktuelle Finanzinformation zugreifen. SAP SEM erlaubt es, Finanz-Simulationen ad hoc zu definieren. Finanzielle „What If“-Analysen werden so ermöglicht. Im Gegensatz zu HP PPM zeigt SAP xRPM deutliche Lücken bei der Prozesssteuerung und beim Einsatz in IT Projekt- und IT-Portfolio-Analysen. Hier fehlt ganz klar die Integration mit der IT-Technologie des Entwicklungs- und Anwendungslebenszyklus.

Fazit
Welche Portfolio- und Projekt-Management-Lösung die richtige ist, hängt im allgemeinen von deren Integration mit dem Management der Projekt-Ressourcen ab. Fehlende Integration bedeutet entsprechend Aufwand und Herausforderungen bei der Planung und organisatorischen Umsetzung. Sowohl HP PPM und SAP xRPM bieten hervorragende Integrationen, nur jeweils im anderen Bereich (Applikationsportfolio- oder finanzorientiert) . Im Beitrag „PPM – ohne Impact-Analyse nur Alibiübung“ wird im übrigen weiter ausgeführt, welche Funktionen eine Portfolio- und Projektmanagement-Lösung abdecken sollte und wie sich die verschiedenen Anbieter sowie deren Produkte unterscheiden.

Der Schluss liegt somit nahe, dass ein komplementärer Einsatz von HP PPM und SAP xRPM Sinn macht. So lassen sich Stärken der Prozess-Engine von HP PPM und die analytischen Fähigkeiten von xRPM nutzen. Aus einer rein technologischen Sicht lassen sich die beiden Produkte ideal „verheiraten“ – die technischen Grundlagen sind dank HP PPM gegeben. HP PPM kann ein weiteres Lifecycle-Produkt wie SAP xRPM genauso gut wie alle anderen einbinden. Aber gerade durch den unterschiedlichen Aufbau und die verschiedenen Ausrichtungen der beiden Produkte ist es wichtig, zuerst die genauen Anforderungen an die künftige Lösung zu definieren. Erst dann kann diese in Kombination von HP PPM und SAP xRPM passend konzipiert und möglichen Misserfolgen bei der Einführung vorgebeugt werden. HP PPM kombiniert mit einem eingebundenen SAP xRPM – das ist PPM vom Feinsten!

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