SAP Change & Transport Management – effizient und sicher
04.06.08 by Dieter Steiger
Statt laufend für viel Geld mit Feuerwehreinsätzen Probleme nach dem Einspielen von Änderungen in die SAP Landschaft zu bekämpfen, kann eine werkzeugunterstützte, automatisierte SAP Change und Transportmanagementumgebung, mit eingebauten konsistenzsichernden Massnahmen die Ursachen der Probleme ein für alle mal beseitigen. Die zu treffenden Massnahmen lassen sich in organisatorische Massnahmen, technische Transportvalidierung, Konsistenzsicherungsmassnahmen mit horizontaler und vertikaler Wirkung unterteilen.
Grundsätzliche organisatorische Massnahmen
- Definition, Digitalisierung des End-to-End Transport-Prozess oder des ganzen Change Prozess
- Sicherstellung, dass keine Transportaufträge (technischer Change) ohne Change Request (organisatorischer Change) erstellt werden können.
- Verfeinerung der Transporttypen, so dass für Projekte und Releases sehr selektiv Transporte durchgeführt werden können (nicht nur mandantenabhängig versus mandantenunabhängig)
- Automatisierung von technischen Ausführungen, die bis anhin manuell ausgeführt werden
- Keine potentiellen Inkonsistenzen aufgrund fehlender und/oder fehlerhafter Interaktionen
- Freigabeprozesse sind validiert, durchgesetzt und dokumentiert.
- Mühsame Routineaufgaben werden automatisiert.
- Auch operationelles Customizing muss einem überwachten Change Management-Prozess unterliegen.
- Schaffen von Entwicklungsrichtlinien und Namenskonventionen zur Unterstützung des Change und Transport Managements
- Changes können formal und teilweise inhaltlich und von der Zugehörigkeit her auf Konsistenz überprüft werden
- Definition eines Company Templates – vor allem sinnvoll bei mehreren Entwicklungsmandanten
- Unternehmensweit eingesetzte zentrale Customizing-Einstellungen können geschützt werden.
Validierungen vor Transporten
- Früherkennung und Ausschluss von gefährlichen Objekten vom Transport, z.B. NRIV Objekte (Nummernkreise), welche auf auf keinen Fall transportiert werden dürfen.
- Formale Prüfung der Transportobjekte auf eine definierte Zugehörigkeit zu Projekten/Support Releases und organisatorischen Bereichen
- Sicherstellung, dass Inhalte eines Transportauftrages nur bestimmte Bereiche betrifft auf Ebene des Objektnamens und so parallele Projektaktivitäten potentiell nicht gefährdet sind
- Systemtechnische Code Inspection, inhaltliche Prüfung der Zugehörigkeit der Transportobjekte
- Einhaltung der Entwicklungsrichtlinien sicherstellen, Zugehörigkeit des Codes aufgrund von Namenskonventionen zu einem einzigen Businessbereich überprüfen
- Prüfung zum Beispiel durch Testimport, ob alle referenzierten Objekte, die nicht schon auf dem Folgesystem liegen, transportiert werden.
- Keine Import-Fehler in Zielumgebungen
- Objektbezogene Customizing-Dokumentation wie Owner, Veränderung, geänderte Schlüssel – inklusive Customizing-Versionierung
- Vollständige Dokumentation, komplette Historisierung (umfassender Lebenszyklus der Customizing-Einstellungen), Nachvollziehbarkeit und Audit Trail
Generelle Konsistenzsicherungsmassnahmen
- Inhaltliche Aufteilung von Transportaufträgen von mehreren Projekten oder Maintenance Requests
- Konsistentes, projektorientiertes Deployment. Abhängigkeiten von Objekten sind klar erkannt, berücksichtigt und unter Kontrolle
- Autonomie von Projekten betreffend dem Transportieren von Changes
- Das Öffnen und Schliessen der Systeme und Mandanten muss einem wenn möglich automatisierten Change-Prozess unterliegen
- Die Überwachung der Änderung auf den Systemen erfolgt systemgestützt. Jederzeit kann nachvollzogen werden, wann Systemänderungen möglich waren.
Horizontale Konsistenzsicherungsmassnahmen
- Sicherstellen der korrekten Reihenfolge des Transports von Customizing-Einstellungen, Workbench-Transporten (Programme, Datenstrukturen) unter Beachtung der Abhängigkeiten zwischen Workbench und Customizing in Bezug auf Überholerprobleme.
- Keine Inkonsistenzen durch Überholerprobleme auf den Zielsystemen durch zu früh angekommene Objekte
- Rollback und automatisiertes Nachführen auf den letzten Stand von Systemen und Mandanten aufgrund der Transporthistorie (System-Mandantenkopie) bei Re-Initialisierung, beim Hinzufügen von Systemen und Zurücksetzen von Veränderungen
- Volle Transparenz, welche Transportaufträge zu welchen System-, Mandantenebene gehörten. Das Einspielen von Transportaufträgen kann bei nicht erfolgreichen Tests oder unerwarteten Problemen jederzeit rückgängig gemacht werden.
Vertikale Konsistenzsicherungsmassnahmen
- Sicherstellen der korrekten Reihenfolge der Installation aller Änderungen (Transportaufträge aus sämtlichen SAP Komponentensystemen wie SAP CRM, ERP, BW für ABAP und Customizing, Java-Pakete, Portalkonfigurationen) vor der Weiterverarbeitung in der entsprechenden Systemebene. Diese umfassen alle Änderungen die miteinander zu installieren sind, jedoch nicht allein durch mehrere SAP Transport Management System (SAP TMS) transportiert werden.
- Alle zusammengehörigen Änderungen werden technisch vollständig installiert bevor eine Freigabe für den nächsten organisatorischen Schritt erfolgt.
- Synchronisation und Locking von zum Company Template gehörigem Customizing
- Keine inkonsistenten Company Templates in Zielsystemlandschaften
- Vertikales Verteilen dieser Einstellungen in sämtliche SAP Komponenten-Systeme

Fazit
Mit einem gewissen Fatalismus lösen viele grosse SAP Organisationen immer noch die durch Transporte von Änderungen entstehenden Probleme reaktiv. Die so entstehenden Kosten werden als systembedingt einfach akzeptiert. Dabei können mit einem sauberen, automatisierten Prozess und eingebetteten Konsistenzsicherungsmassnahmen viele dieser Aufwände ein für allemal eliminiert werden.
Interessanterweise sind es nicht die unnötigen und nicht planbaren Aufwände, die mehr und mehr Firmen bewegen das SAP Change- und Transportmanagement zu verbessern, sondern die Zwänge die „dank“ Compliance-Vorschriften auch der SAP IT auferlegt werden. SAP Change- und Transportmanagement als Disziplin konsequent eingeführt und mit den richtigen Werkzeugen unterstützt, erfüllt dank Nachvollziehbarkeit der Prozesse und umfassender Dokumentation ganz nebenbei die entsprechenden Compliance-Vorschriften.
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Leider ist folgender Link kaputt: “mit den richtigen Werkzeugen”.
Redaktion: Ist angepasst: http://blog.beteo.ch/beteo-alm-miniguides/change-und-transportmanagement/
16.04.10 um 8:00 am
[...] Konsistentes SAP Transport-Management Systemgestützte Lösungsansätze für das Sicherstellen von vertikaler und horizontaler Konsistenz sind ein absolutes Muss, idealerweise direkt mit dem Komponentenmanagement gekoppelt. [...]