E2E SAP Testing – schon die Hälfte im Griff?
30.07.08 by Peter Helfenstein
Über Lücken beim Testen von SAP haben wir schon viel geschrieben. Am bestehenden SAP System müssen laufend Änderungen vorgenommen werden. Es werden regelmässig Fehler korrigiert, notwenige Anpassungen an Einstellungen und Programmen vorgenommen, neue Funktionen ausgerollt. Ebenso werden technische Changes wie Hot Fixes und Service Packs eingespielt sowie Upgrades durchgeführt. Dass bei soviel Veränderung Testing eine Herausforderung darstellt, ist alles andere als wünschenswert. Trotzdem leben die meisten SAP Kunden damit und lösen die entstehenden Probleme beim Ausrollen von nicht oder nicht vollständig getesteten Änderungen im Nachhinein, unter viel Beifall vom Business. Ein beträchtlicher Aufwand, aber vermutlich im Vergleich zur Variante alles durchzutesten, die vermeintlich gangbarste Lösung.
Das darf doch ganz einfach nicht der Lösungsansatz sein. Das haben sowohl wir, spezialisierte Consulting-Firmen wie FocusFrame, und glücklicherweise Software-Firmen im Testingmarkt wie HP, Panaya, IntelliCorp, IBIS und vor allem auch SAP selbst verstanden. Noch sind wir weit davon weg, bereits ab Ebene Business-Requirements einen echten End-to-End (E2E) Testing- oder Qualitätsprozess zu starten. Aber immerhin, und das ist schon äusserst nutzbringend, kann man jetzt, sobald ein SAP Transportauftrag mit Änderungen ansteht, einen durchgängigen, die Veränderungen vollständig abdeckenden „E2E“ -Testprozess starten.
Wie sieht das im Detail aus?

- Aufgrund einer Analyse und der zu transportierenden Änderungen und des Systems – oder eines Modells des Systems – wird eruiert, welche SAP Transaktionen und Programme überhaupt vom Change betroffen sind. Dieser Schritt wird meist unter dem Namen Change Impact Testing abgehandelt. Hierfür bieten HP Change Impact Testing (CIT) für SAP, SAP Test Automation and Optimization (SAP TAO) sowie IntelliCorp LiveCompare mit spezialisierten Produkten Unterstützung. Sehr spannend als Alternative ist die reine SaaS-Lösung von Panaya Inc. Der SAP Anwender braucht hierfür nicht mal mehr selbst Software für diese Aufgabe zu installieren.
- Wenn die betroffenen Transaktionen einmal bekannt sind, gilt es herauszufinden, welche Testszenarien hierfür benötigt werden. Auch für diesen Schritt gibt es inzwischen vernünftige technische Unterstützung. Als Ergebnis werden dann die entsprechenden Testszenarien identifiziert und mit den zugehörigen Testscripts dem Testmanagement-Werkzeug zur Verfügung gestellt. Die Lösung hier heisst SAP Test Automization and Optimization in Kombination mit SAP Quality Center by HP.
- Trotz Systemunterstützung und Begrenzung sollten aufgrund der Anzahl oft die anstehenden Testszenarien dann noch durch einen weiteren Filter laufen. Dieser Schritt hat meist die Etikette Risk Based Testing. Es hierbei darum, die Zahl der durchzuführenden Tests wirklich auf die Zahl der relevanten Test zu reduzieren. Unterstützung hierbei bieten sowohl SAP TAO wie auch ganz spezifisch das SAP Quality Center by HP.
- Anschliessend werden aus dem Testmanagementwerkzeug heraus, die verbleibenden Tests automatisiert ausgeführt und deren Ergebnisse ausgewertet , sowie wenn nötig der Defect Management-Prozess ausgelöst und überwacht. SAP Quality Center by HP zusammen mit HP Quick Test Pro übernehmen diese Aufgabe.
Von Transport Packet to End Testing zu wirklichem E2E Testing
Klingt doch eigentlich ganz einfach und logisch. In der Praxis gehört dennoch einiges dazu, eine solche Umgebung aufzusetzen und zu betreiben. Für einen Methodiker ist dieser „reaktive“ Ansatz auch nur suboptimal. Schliesslich startet obiger „E2E“ Quality-Prozess nicht am vorderen Ende, also beim Requirements Management, sondern erst im Nachhinein, wenn die Änderungen schon vorgenommen sind und für den Transport anstehen. Informationen über Auswirkungen von Änderungen wären bekanntermassen beim Aufsetzen von Projekten beim Projektportfoliomanagement bereits nützlich, sowohl für den Business-Analysten, wie auch für die Entwickler und das Test-Team. SAP hat dies auch erkannt und arbeitet daran, über den neuen Business Process Change Analyzer (BPCA) wirkliches E2E Quality Management zu ermöglichen.
SAP E2E Testing richtig implementiert macht aus einem betreffend Quality Management “hässlichen Entlein SAP” ein Vorzeigebeispiel für andere Paketsoftware-Lösungen zum Thema Quality Management. Der Nutzen von konsequentem, umfassendem Testing für eine SAP Umgebung ist enorm. Allein schon die Reduktion der Systemausfälle nach dem wöchentlichen Einspielen der anstehenden Änderungen rechtfertig Investitionen in diesem Bereich, wie jeder Leiter eines SAP Kompetenzzentrum gerne bestätigt. Doch auch schon durch die weniger spektakuläre Verbesserung der Qualität mit der mittelfristigen Kosten- und Risiko-Reduktion rechnet sich ein SAP E2E Testing Einführungsprojekt im Rahmen einer Application Lifecycle Management Initiative.
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31.07.08 um 8:15 am
Peter,
wirklich ein guter und wertvoller Beitrag. Gratuliere.
Was ich noch anfügen möchte: Die Zeit- und Kostenersparnis dank werkzeugunterstützter Change Impact Analyse ist enorm. Beispielsweise zeigt sich, dass bei fast allen unseren Kunden die Schätzungen für die Testbudgets für Upgrades und beim Einspielen von Support Packs viel zu hoch liegen. Dies ganz einfach, weil sie bisher nicht wussten, was zu testen war.
Der Nutzenpotential einer intelligenteren Analyse, die zeigt, was zu testen ist, und genauso wichtig, was nicht zu testen ist, ist fantastisch.
28.08.08 um 11:46 am
[...] Amit Bendov: Peter, wirklich ein guter und wertvoller Beitrag. Gratuliere. Was ich noch anfügen möchte: Die Zeit-… [...]
02.02.09 um 12:12 pm
[...] Hervorragende Ergebnisse beim Einführen von HP Quality Center, IBM Rational Quality Manager und SAP Test Lösungen wie auch Erfahrung im Führen von Projekt- und Testteams qualifizieren ihn bestens für die Rolle [...]
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