Oliver HösliOliver Hösli Testmanagement – Nutzen oder Übel?

28.08.08 by Oliver Hösli

Nutzen und Zielgruppe
In der Anforderung, dass die Kernapplikationen, wie zum Beispiel SAP, innerhalb einer Unternehmung ausfallfrei und fehlerfrei betrieben werden können, herrscht absolute Einigkeit. Wie dies erreicht werden soll, ist allerdings häufig unklar.

Zum einen sehen die Unternehmensverantwortlichen nur Aufwendungen, die im Bereich Testing auf sie zukommen und erkennen den tatsächlichen Nutzen nicht, beziehungsweise können ihn nicht quantifizieren oder messen. Tatsächlich liegt hier wohl auch das eigentliche Problem. Wie soll in Zahlen ausgedrückt werden, was eigentlich noch nicht geschehen ist? Wie soll messbar gemacht werden, ob Systemausfälle, Fehler oder kleine „nervende“ Unzulänglichkeiten im System tatsächlich Schaden verursachen, beziehungsweise zusätzliche Umsätze verhindern?

Die verschiedenen Anspruchsgruppen haben unterschiedliche Ansätze solche Methoden und Systeme zu betrachten.

Bereich der Unternehmung Ansprüche / Erwartungen
Unternehmensleitung
  1. Kosten / Nutzen der eingesetzten Tools und Ressourcen
  2. Wirtschaftlicher Erfolg der dadurch eintreten muss
Marketing
  1. Time to Market
  2. Umgesetzte Funktionen
  3. Qualität des Produktes
Administration
  1. Bedienbarkeit des Systems
  2. Ausfallsicherheit
  3. Informationsgehalt der Daten
Interne IT bzw. Entwicklungseinheit
  1. Kosten
  2. Termin
  3. Ressourcen
  4. Pflegbarkeit
  5. Vorgehensmodell
Einzelner Mitarbeiter
  1. Bedienbarkeit
  2. Gerne mit der Applikation arbeiten
  3. Zufriedenheit
  4. Verfügbarkeit
Kunde der Unternehmung
  1. Erwartet eine angemessene Durchlaufzeit seiner Anfrage
  2. Erwartet eine professionelle Abwicklung seiner Anfrage
  3. Erwartet Wiedererkennung

Betrachtet man nun die Erwartungshaltung, kann festgestellt werden, dass lediglich die interne IT Abteilung, beziehungsweise die IT Entwicklungseinheit, sehr konkrete Erwartungen an die Methodik und an Werkzeuge für das Testmanagement hat. Anderer Abteilungen sind vielmehr am entsprechenden Output oder an der Wirtschaftlichkeit interessiert. Deshalb gilt es diesen Nachweis zu erbringen, so dass die entsprechenden Abteilungen von den Investitionen und den zu erwartenden Ergebnissen überzeugt sind.

Methoden und Vorgehensmodelle
Die entsprechenden Methoden unterscheiden sich je nach Anforderung an das Testen und abhängig von den gewünschten Resultaten. Zwei wesentliche Unterschiede in Vorgehensmodellen im Bereich Qualitätssicherung und Transportmanagement entstehen durch den Unternehmenstyp. So hat ein Softwarehersteller andere Anforderungen als der eigentlichen Endkunde.

1. Hersteller von Softwareapplikationen
Der Hersteller einer Applikation, welche den verschiedensten Kunden in den unterschiedlichsten Branchen zur Verfügung gestellt wird.

2. Softwarebenutzer
Unternehmen mit hoher Benutzeranzahl die zum Beispiel SAP einsetzen.

2.1. Unternehmen, die sich im Bereich Standardanpassungen (Costumizing) bewegen
Anpassungen an Standardsoftware im Rahmen der vom Hersteller dafür vorgesehenen Funktionen und Möglichkeiten und innerhalb der definierten, für den einzelnen Kunden gültigen Prozessen.

2.2. Unternehmen, die zusätzlich Eigenentwicklung anbinden müssen
Entwicklung von Eigenlösungen und oder Entwicklungen von spezifischen Anpassungen innerhalb von Standardlösungen im Rahmen der vom Hersteller dafür vorgesehenen Möglichkeiten, innerhalb der definierten für den einzelnen Kunden gültigen Prozesse.

Fazit:
Die verschiedenen möglichen Methoden und Vorgehensmodelle können in allen oben genannten Bereichen zum Einsatz kommen, jedoch unterscheiden sich die Testmetrik, die Testfälle, Zielsysteme und auch die Aufbereitung der Testdaten, beziehungsweise der Geschäftsvorfälle. Bevor man sich ans Werk macht, ist zu bestimmen, in welchen Bereich die zu testende Applikation oder das Unternehmen gehört, damit das richtige Modell mit dem richtigen Vorgehen gewählt werden kann.

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