SAP Konsolidierung – Herausforderung für die Weiterentwicklung?
06.01.09 by Dieter Steiger
In einem äusserst interessanten und anschaulichen Blogbeitrag auf dem SAP Community Network beschreibt der Autor Tao Zhang von der Firma Benteler den SAP Konsolidierungsprozess. Dabei stehen Herausforderungen und Nutzenpotential aus Sicht des Betriebs im Vordergrund.
Neue Herausforderungen
Aus meiner Sicht liegt allerdings mittelfristig die grösste Herausforderung bei Projekten zur Konsolidierung von SAP Systemlandschaften nicht bei den Anforderungen des Betriebs, nämlich dem eigentlichen Zusammenführen der SAP Systeme selbst, sondern viel mehr darin, alle notwendigen Massnahmen für den erfolgreichen Betrieb und die Weiterentwicklung der konsolidierten Systeme zu treffen. Also Prozesse aufzusetzen, um die Weiterentwicklung des konsolidierten Systems zu erfolgreich zu institutionalisieren. Es geht um die erfolgreiche SAP Governance nach der Konsolidierung. Ansonsten werden Projekte und weitere Anpassungen des Systems nach Konsolidierung paralysiert.
Im Beitrag wird nicht aufgezeigt, wie nach der Zusammenführung das SAP Change- und Transport-Mangement funktionieren soll. Die Problematik von konkurrierenden Änderungen an Komponenten des Systems durch parallele Projekte oder Änderungsanforderungen vom Betrieb verschärfen sich durch ein solches Projekt dramatisch. Dies in Kundenlandschaften, in welchen typischerweise das Konfigurations-Management der SAP Kundenlandschaft als Disziplin inexistent ist.
Einfache Schutzmassnahmen zuerst
Mit einfachen Schutzmassnahmen kann bereits ein gewisser Effekt erzielt werden. So können Company Templates geschützt werden und damit die im SAP implementierten harmonisierten Geschäftsprozesse bis zu einem gewissen Grad auch harmonisiert gehalten werden.
Change- und Transport-Management, Konfigurationsmanagement, Impact Management
Um jedoch letztendlich die Investionen in die konsolidierten Systeme und die harmonisierten Geschäftsprozesse zu schützen, kommt man nicht um adäquate Change und Transportmanagement-Prozesse und ein konsequentes, umfassendes SAP Konfigurationsmanagement herum. Letzteres sollte im übrigen die Objekte der Prozess-Dokumentationen, der Dokumentation generell und des Testmanagements mit einbeziehen.
SAP Solution Manager reicht nicht aus
Für die Beantwortung all dieser Anforderungen verweist SAP normalerweise auf Solution-Manager. Doch ist dieser meiner Erfahrung nach in obigen SAP-Systemwelten von der Komplexitität der konkurrierenden, parallelen Anforderungen von Multiprojektmanagement und Änderungsanforderungen aus dem Betrieb überfordert. Es braucht andere Ansätze mit institutionalisiertem Change und Transport-Management, einem Konfigurationsmanagement und einer Impact Analyse so früh im Entwicklungszyklus wie möglich.
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