Christoph LangenbahnChristoph Langenbahn Projektportfolio-Management mit CA Clarity PPM oder HP PPM?

24.03.09 by Christoph Langenbahn

Aufgrund unserer Erfahrungen aus Projekten mit verschiedenen PPM-Werkzeugen, erlauben wir uns, die zwei Projektportfoliomanagement-Schwergewichte  CA Clarity PPM v12 und HP PPM Center 7.5 zu vergleichen. CA Clarity PPM und HP PPM bieten für Project Controlling und Projekt-Management zunächst die klassischen Multiprojekt- und Projektmanagement-Funktionen – komplementär zu Werkzeugen wie MS Project oder standalone. Offene und flexible Schnittstellen zu Umsystemen sowie zusätzliche Standard Interfaces zu den im Markt etablierten Projektmanagementsystemen wie Microsoft Project sind in beiden Produkten vorhanden. Die Unterstützung der Vorhabenplanung und Vorhabenpriorisierung für einen den Projekten übergeordneten Innovationsprozesses ist in den Werkzeugen im Standard vorgesehen und best practice Prozesse sind dafür enthalten. Beide Hersteller bieten eine Workflow-Engine, mit der diese Prozesse den Anforderungen entsprechend in digitalisierte Workflows umgesetzt werden können. Die Workflow-Engine-Oberfläche für Administratoren unterscheidet sich nur auf den ersten Blick wesentlich. Das Definieren von Workflows wirkt in HP PPM zunächst einfacher, weil die einzelnen Schritte grafisch auf dem Bildschirm angeordnet und erst dann ähnlich wie in CA Clarity PPM im Detail definiert werden müssen. Die Sicht auf den Workflow für den Benutzer, um ihm grafisch darzustellen, wo sich der Workflow im Prozess befindet, wirkt in HP PPM attraktiver . Generell ist das Benutzerinterface von CA Clarity PPM moderner. Um aus den Clarity PPM Dashboard-Grafiken Drill-Down nutzen zu können, bedarf es allerdings der Installation des kostenlosen Adobe SVG Viewers. Bei HP PPM ist dies nicht notwendig. Beiden Produkten ist gemein, dass sie basierend auf Portlet-Technologien Dashboard-Funktionalitäten mit Drill-Down und weitgehend anpassbare Oberflächen bieten. Dadurch lassen sich beide Produkte ganz indivduell an die eigenen Bedürfnisse und die bevorzugte Bedienbarkeit anpassen und erweitern. Weiterhin bieten beide Produkte Funktionalitäten, die zusätzlich zur taktischen - an gegebenen Budgets und Ressourcenkontingenten – auch die strategische Ausrichtung - an den übergeordneten Geschäftszielen - ermöglichen. Hierbei zeigen sich dann die eigentlichen Unterschiede im Ansatz zur Unterstützung begleitender Unternehmensprozesse wie Resourcen-, Time- und Finanz-Management oder auch des umfassenden Innovationsmanagement im Unternehmen.

CA Clarity PPM v12

CA Clarity PPM bietet Funktionalitäten von der Findung einer Idee über die Priorisierung und Bewertung unter Einbezug vorhandener Ressourcen-Kontingente und unter verschiedensten budgetären Gesichtspunkten. Es können im Werkzeug selbst sowohl die strategische, wie auch die taktische Planung einschließlich der Steuerung der Execution und dem Controlling der Projekte  und Multiprojekte flexibel vorgenommen werden. Der modulare Aufbau der funktionalen Komponenten ermöglicht eine optimale Anpassung des Systems an den Projektplanungs- und Projektmanagement-Reifegrad der Organisation. Weitreichende Funktionen für grafische Workflows, Collaboration und Dokumentenmanagement runden die Funktionalität des Werkzeugs ab.
CA Clarity Dashboard

CA Clarity Dashboard

CA Clarity PPM bietet Standardschnittstellen zu Aspekte und Anforderungen, die für den Einsatz von CA Clarity PPM sprechen
  • Detaillierte Kostenkontrolle über die Definition von Kostenplänen
  • Szenarien auf Projekt- und Bereichsebene über Ressourcen und das Arbeiten mit Kostenplanvarianten
  • Supplier Management Funktionen
  • Direktes Charging und Billing (intern und extern) für Projekte aus einer Single Point of Control Anwendung
  • Portfolio-Szenarienbildung basierend auf unterschiedlichen Kosten- und Benefit-Plänen zuzüglich des Ressourcenbedarfs
  • Parent / Child Beziehungen für Master- und Bereichs-Portfolien und organisationstrukturbezogene Portfolien/Programme
  • Integrationsfähigkeit in vorhandene CA Produkte

HP PPM Center 7.5

Auch HP PPMC bietet Funktionen zur strategischen Bewertung und zur taktischen Planung zukünftiger Vorhaben. Dabei legt HP PPM einen stärkeren Fokus auf die Projekt Controlling Aspekte für das Management des Projektportfolios einer einzelnen Business Unit. Die Funktionen für das Supplier-, Ressourcen-, Time- und vor allem das Financial Management sind limitiert. Bei Bedarf können diese durch die Integration mit im Unternehmen vorhandenen Lösungen von Drittanbietern abgedeckt werden. Über eine Integrationsplattform ist das Produkt HP PPM sehr gut in das HP BTO Softwareportfolio integrierbar. Schnittstellen erlauben direkt aus Workflows beispielsweise HP Quality Center und HP uCMDB einzusetzen.
HP PPM Dashboard

HP PPM Dashboard

HP PPM V7.5 bietet Standardschnittstellen zu Aspekte und Anforderungen, die für den Einsatz von HP PPM sprechen
  • Portfolio Management Disziplin ausschliesslich im Fokus eines (IT-)Organisationsbereichs
  • Nutzung „führender“ Human Resource-, Finanz- und Controlling-Umsysteme
  • Keine geplanten Enterprise Portfolio Management (EPM) Aktivitäten
  • Kein Billing für die Projekte aus dem PPM System, sondern aus der „führenden“ Finanz-Anwendung
  • Integrationsfähigkeit mit vorhandene HP BTO Produkten
  • Bestehender Einsatz von HP PPM als Application Deployment-System, beispielsweise Oracle Applications, SAP, Peoplesoft sowie Bedarf an Schnittstellen zu solchen

Clarity PPM und HP PPM im Vergleich

Generell eignen sich CA Clarity PPM wie auch HP PPM für den Einsatz als Projektportfolio-Management-Lösung. Kaufmännische Faktoren oder eine Herstelleraffinität spielen deshalb beim Entscheid eine wichtige Rolle. Nichts desto trotz kann aufgrund der detaillierten Anforderungen des Unternehmens die eine oder andere Lösung sachlich favorisiert werden.
  • Anforderungen an ein umfassendes Portfolio-Management-Werkzeug, inklusive integrierten Aspekten wie Finanz- und Ressourcenplanung, auch für den unternehmensweiten Einsatz sprechen für CA Clarity PPM.
  • Anforderungen an ein Projektportfolio-Management-Werkzeug für das Projekt Controlling eines Unternehmensbereichs oder unternehmensweit, dann eingebunden in führende Finanz-, Ressourcen- und Planungswerkzeuge, machen HP PPM zur valablen Alternative.
Die Praxis zeigt, dass mit beiden Werkzeugen erfolgreich gearbeitet werden kann. Die erfolgreiche Einführung einer softwarebasierten PPM-Lösung hängt weniger von den individuellen Stärken und Schwächen der PPM-Software ab, als davon, wie die Arbeitsweise der einzelnen Organisation abgebildet, die Anwendungen im Umfeld eingebunden und welcher Implementierungsansatz gewählt wird.

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2 Kommentare

  • 1
    Christoph Langenbahn:

    Email-Anfrage:
    HP bekommt von den Analysten (z.B. Forrester) top Bewertungen im Bereich Resourcenmanagement.
    Welche HP PPM Limits im Bereich Resourcenmanagement haben zu dieser Bewertung bewegt?

    Die Antwort darauf:
    Der wichtigste Aspekt ist die tiefergreifende Integration der OBS (organisational breakdown structure)in die Themen Portfolio, Project- und Program-(Multi-) Projekt Management Komponenten. Auch der Übergang zu dem Finanz Modul, z.B. prozentuale Beteiligungen an Budgets mit Verrechnug auf einzelne BUs, ist durchgängiger gelöst.

    Betrachtet man lediglich den Bereich Labor-Ressources (Human Resources) bieten beide Werkzeuge sehr equivalente Funktionalitäten. Eine Unterstützung von Non-Labor Resources wird nur von einem der beiden Werkzeuge angeboten.

    Das Handling der Stellvertreterregelungen, sowie fehlende Funktionalität in der Mandantenfähigkeit unterscheidet die Produkte zusätzlich.

  • 2
    Christoph Langenbahn:

    Eine interessante Diskussion des Beitrags entsteht auch auf Xing:
    https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=19680945

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