Dr. Michael LoebbertDr. Michael Loebbert Green Change – Wie grün ist die Veränderung?

11.06.09 by Dr. Michael Loebbert

«Green Change» hört sich seltsam an. Wir verstehen aber in etwa, was damit gemeint ist. Einiges, was wir schon kennen, anderes, was noch undeutlich ist.
  • Zum Bekannten zuerst: (a) Nachhaltigkeit bedeutet, dass eine Veränderung neue Veränderungen möglich macht. In der Metapher des nachhaltigen Waldbaus: wir verändern so viel und so schnell, das Resultate so lange Zeit wirksam bleiben, dass sie genügend Gestaltungsspielraum für neue Veränderungen mit neuen Wertschöpfungsmöglichkeiten bieten. (b) Ökologisch im Verhältnis zur Umwelt. Erhaltung und Entwicklung der Vielfalt möglicher Organisationsformen, Schaffen von geschützten Organisationsräumen für Experimente und Innovationen. (c) Soziale Verantwortung übernehmen Unternehmen, die helfen negative Auswirkungen von Veränderungen wie Entlassungen oder Standortverlagerungen für das Gemeinwesen abzufedern.
  • Was noch undeutlich ist: (a) Veränderungen in der Organisation sind der Normalfall, sind eingebunden in die operativen Regelprozesse. (b) D.h. sie verlieren ihre teilweise bedrohliche Projekt- und Hauruckform, sondern emergieren quasi organisch mit den Kunden und Interessensgruppen eines Geschäftes oder eines Leistungsprozesses. (c) Menschen, die Gewinner sowohl als auch die Verlierer von Veränderungen, sind in ihren sozialen Rollen miteinander verbunden. Da jeder Mensch mal auf der einen oder auch auf der anderen Seite steht, können die unterschiedlichen Beiträge von Gewinnern und Verlierern wechselseitig gewürdigt werden. Aktuelle Nachteile oder Vorteile werden solidarisch ausgeglichen. (d) Und die «grünen» Inhalte stehen auf der Tagesordnung: «grüne» Technologien, «grüne» Produkte, «grüne» Dienstleistungen, «grünes» Management.
Romantischer Idealismus? - Zumindest das Bekannte rechnet sich, wie mehrfach nachgewiesen, betriebswirtschaftlich. Senkung der Transaktionskosten für Veränderung. Und das Neue, das sich erst ankündigt, überlasse ich gerne Ihrer Vorstellungskraft: Wie grün ist Ihre Veränderung? Über den Autor: Dr. Michael Loebbert ist Coach und Management-Berater und Autor der monatlichen Publikation “Change Management Short Cut“. Sphere: Related Content

2 Kommentare

  • 1
    Michael Leitl:

    Hallo Herr Loebbert,

    werden Manager ihre Entscheidung bezüglich ökologischen Methoden nicht vorwiegend treffen, indem sie den Nutzen für das Unternehmen bewerten? Beispiel: Ökologische Supply Chain –> führt möglicherweise zu niedrigeren Kosten und höherer Reputation in der Zielgruppe des Unternehmens… etc.

    Da ist im Prinzip am Management selbst doch nichts grüner als sonst? Früher war das Differenzierungsmerkmal Reengineering – nun ist es Radical Greening.
    Was meinen Sie?

    Beste Grüße
    Michael Leitl

  • 2
    Michael Loebbert:

    Hallo Herr Leitl,

    klar, geht es um das Management von Wertschöpfung. Das hat schon Aristoteles als „gute Haushaltung“ so formuliert. „Green Management“ sagt, dass dafür neue (weitere) oder zum Teil auch schon altbekannte Faktoren eine Rolle spielen wie „grün“, „nachhaltig“, „ökologisch“. Und das geht wahrscheinlich sogar noch über das bisher Bekannte hinaus (a) „normale Veränderung“, (b) Rechnen und Vertrauen auf „Emergenz“, (c) Reputation Management und Employer Branding mit „Solidarität“.
    Wie radikal das „Greening“ dabei gedacht und realisiert werden kann/soll, hängt ab von unserem unternehmerischen Willen vielleicht auch Temperament, Überzeugungen als Wertschöpfungsbeiträge zu leben.

    Herzlich, Michael Loebbert.

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