Ist das SAP Enhancement-Package Framework das erhoffte „Allerheilmittel“?

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Ist das SAP Enhancement-Package Framework das erhoffte „Allerheilmittel“?

Das Konzept der Erweiterungspakete (Enhancement Packages Framework, kurz EhPs) ist schlichtweg genial. Betrachtet man aber wie lange SAP als der Standardsoftwarelieferant für Business-Software schlechthin, gebraucht hat diese Softwarelogistik Disziplin zu etablieren, kann nicht mehr von Genialität die Rede sein. Was das Fehlen dieses Frameworks bis anhin die Kunden gekostet hat, sollte jeder Kunde für sich selbst beziffern. Aus softwarelogistischer Sicht hat SAP endlich seine Hausaufgaben gemacht, jedoch auch hier wiederum (verweis auf meinen Blog solman nur für standard nicht für kundenen impl) nur den Fokus auf die Standardsoftware bezogen. Das EhPs bezieht sich leider auch weiterhin nicht auf die Kundenimplementierungen, Impact-Analysen wie sie Intellicopr und Panaya für die grössten Investiontionen einer SAP Implementierung zur Verfügung stellen sind inexistent. Über Lösungsansätze von SAP selbst habe ich mich schon in blog… ausgelassen.

Was bedeutet dies nun für SAP Kunden welche bereits den Schritt auf EhPs (Voraussetzung SAP NetWeaver 7.0 http://help.sap.com/saphelp_smehp1/helpdata/de/12/2d88848a62446181ce2c1bbafcc8c9/content.htm) gemacht haben. Für solche die noch nicht auf SAP NW 7.0 sind ist leider immer noch der konventionelle SAP Upgrade Voraussetzung.

Basistechnisch: Die entsprechenden EhPs können zeitneutral eingespielt werden, d.h. der physische Aufwand bleibt nach wie vor, jedoch ist die direkte zeitliche Abhängigkeit der betriebswirtschaftlichen Nacharbeiten (businesstechnisches Einspielen EhPs)losgelöst.

Businesstechnisch: In einem ersten Schritt (Vorbereitung) müssen alle zusätzlichen Anforderungen an neue von SAP im EhP gelieferten Funktionalitäten gesammelt werden. Basierend auf diesen muss unbedingt eine konkurrierende Analyse zur konfigurierten Basis (ALM – Investitionsschutz), als auch das Evaluieren der neuen Funktionalität auf von SAP im Internet zur verfügbaren Systemen geprüft werden. Mittels dieser Analyse kann erst der Auswirkungsgrad eines businesstechnischen Einspielens von EhPs bestimmt werden. Das Aktivieren der einzelnen Business-Switches fordert die Auswirkungsanalyse umso mehr heraus, denn nun muss wirklich evaluiert werden, welche „Transaktionsbereiche“ nun wirklich auch in der Unternehmung genutzt werden. D.h. Auswirkungsanalyse auf logische (verweis auf blogs) und technische Objekte ist unabdingbar. Die Auswirkungen haben sie vermutlich schon selbst erfahren, wie die meisten mir bekannten Kunden, mit jedem Upgrade oder nun „businesstechnisches Einspielen von EhPs“ wird das ganze implementierte Applikationsportfolio immer wieder neu aufgebaut, damit die neuen technischen Funktionen auf Basis der alten technischen Funktionsweise sichergestellt werden können, anstatt aktiv nur noch das Delta zwischen alter und neuer Funktionalität zu bewirtschaften (Dokumentationen / Test / etc.). Ganz zu schweigen davon, dass auf Informationen von vorhergehenden Applikations-Changes zurückgegriffen werden kann. Wann werden SAP Kunden endlich aktiv, ihr Investitionen in die konkurrierende Umsetzung von SAP Initiativen und SAP-Betrieb in Form eines nachhaltigen SAP Applikations-Lifecycle-Management (kurz SAP ALM) zu unterstützen, ein solches Projekt ist der ideale Aufhänger für eine nachhaltiges SAP ALM.

Fazit: Das zeitaufwendige bestimmen, umsetzen und testen von neuen in Business bleibt immer noch der selbe, wenn nicht erhöht durch die zusätzliche Komplexität. Bedingt durch die neu zur Verfügung gestellte Business-Funktionalität wird konkurrierende Auswirkungsanalyse immer komplexer und deshalb auch zeitaufwendiger. Durch die zeitliche Entkoppelung des technischen Einspielens von EhPs, kann wohl Zeit gewonnen werden. Diese Zeitersparnis sollte aber mindestens bei der Auswirkungsanalyse reinvestiert werden, um nicht das Risiko von Produktionsstillständen einzugehen.

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